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Projektbeschreibung
DadAWeb goes Web 3.0
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Kurzgeschichte des DadA-Projektes

Das 1986 von dem ehemaligen Bibliothekar und Informatiker Ralf G. Hoerig und dem Kommunikationswissenschaftler und Verleger Jochen Schmück initiierte DadA-Projekt existiert als Forschungs- und Dokumentationsvorhaben nun schon fast ein Vierteljahrhundert. Der Projektname DadA leitet sich ab von Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus. Das Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kommunikation und Kooperation in der deutschsprachigen Anarchie- und Anarchismusforschung zu fördern mit der Dokumentation deutschsprachiger anarchistischer Literatur und Presse, wissenschaftlichen Grundlagentexten wie dem renommierten Lexikon der Anarchie, http://dadaweb.de/wiki/Lexikon_der_Anarchie den (A)-Seiten (einem Projektverzeichnis), Buchempfehlungen und vielen anderen Angeboten mehr.

Nachdem das DadA-Projekt die ersten zehn Jahre lang als privates Forschungsprojekt quasi ein „Geheimtipp“ der Anarchismusforschung gewesen ist, sind wir 1996 mit einer eine Homepage im Internet an die Öffentlichkeit gegangen. Seitdem haben die DadA-Dokumentationen ein weltweites und ständig wachsendes Publikum gefunden. Leider aber sind jedoch die Daten der Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus bislang nur als statische Webseiten zugänglich gewesen. Das führte dazu, dass die Nutzer der DadA das Projekt nur recht umständlich unterstützen konnten, indem sie z.B. Korrekturen oder Ergänzungen zu den in der DadA erfassten Titeln den Projektbetreibern per E-Mail schickten, die diese User-Daten dann manuell in die Datenbank eingepflegt haben. Das war für beide Seiten nicht sehr befriedigend.

2006 hat es eine radikale Änderung in der Publikationsform des DadAWeb gegeben, zumindest für die redaktionellen Bereiches des DadA-Projektes (insbesondere für die Digitale Bibliothek und das neu hinzugekommene Lexikon der Anarchie). Für das sog. neue DadAWeb haben wir unter der Domain dadaweb.de im Internet ein Wiki eingerichtet, mit dem wir ausgesprochen positive Erfahrungen gemacht haben. Dies gilt sowohl für die projektinterne Arbeit, bei der sich das Wiki als kombiniertes Redaktions- und Projekt-Management–System bestens bewährt hat, als auch für die zahlreichen positiven Rückmeldungen durch die Nutzer des neuen DadAWeb.

Ausgehend von diesen positiven Erfahrungen mit dem neuen wikibasierten DadAWeb haben wir uns vor einigen Monaten entschlossen, nun auch endlich die „klassischen“ Datenbanken des DadA-Projektes in eine Wiki-Umgebung zu integrieren. Dies betrifft erst einmal die zwei Ur-Dokumentationen des DadA-Projektes:

* die DadA-Literaturdokumentation (DadA-L)

http://ur.dadaweb.de/dada-l/l-rg-00.htm

* die DadA-Pressedokumentation (DadA-P)

http://ur.dadaweb.de/dada-p/p-rg-00.htm

Als Pilotanwendung arbeiten wir gegenwärtig daran, die Daten der DadA-Literaturdokumentation (DadA-L) in ein Wiki zu importieren und wir sind damit schon gut vorangekommen (wer einen Blick hinter den "Bauzaun" werfen will, kann sich schon mal über das Storyboard vorab über die geplanten Features und Funktionen von DadA-L 3.0 informieren).

By the way: Wer Lust hat, mal ein echtes Web 3.0-Projekt unter Laborbedingungen kennenzulernen, den möchten wir herzlich zur Teilnahme am Entwicklerteam des Projektes DadAWeb 3.0 einladen. Für den bald startenden Testbetrieb suchen wir neugierige Leute, die als Test-User das System auf „Herz und Nieren“ prüfen und so helfen, es möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Außerdem suchen wir aber auch Leute, die uns beim eigentlichen Entwickeln des technischen Systems unterstützen. Von Vorteil wären Programmierkenntnisse und Webaffinität.

Kontakt über: E-Mail: DadAWeb-3-0Bild:Atze.gifdadaweb.de

Sowie die DadA-Literaturdokumentation als Wiki veröffentlicht ist, kann sie von jedem registrierten und im offenen Diskussionsbereich auch von unregistrierten und anonymen Nutzern bearbeitet werden. Das ist natürlich im Vergleich zum bisherigen System der statischen Webseiten des alten DadAWeb, die online nicht verändert werden konnten, ein enormer Fortschritt. Wir aber wollen noch einen Schritt weitergehen und die DadA-Dokumentation in einer Form veröffentlichen, die über die von herkömmlichen Wikis weit hinausgeht und den Usern die Inhalte in einer neuen Qualität anbietet.
Wofür steht das „Web 3.0“ ?

Das Ur-Wiki, das am 25. März 1995 von dem US-amerikanischen Softwareentwickler Ward Cunningham ins Internet gestellte WikiWikiWeb, wurde ursprünglich als ein „digitaler Schmierzettel“ für Programmierer entwickelt, und aus dieser Tradition heraus eigenen sich Wikis bis heute eher für unstrukturierte Inhalte. Auch wenn die Artikel der Wikipedia oder des Lexikons der Anarchie vom äußeren Erscheinungsbild her bisweilen sehr strukturiert erscheinen, kennt das von beiden genutzte System MediaWiki für seine Artikelseiten nur die zwei Datenfelder:

* Seitentitel
* Volltext des Artikels

Auch wenn’s so aussieht, die Daten im Info-Kasten lassen sich nicht strukturiert (also datenfeldbezogen) abfragen.

Das mag verwundern, denn jeder hat vermutlich schon mal in innerhalb von Wiki-Artikeln gut strukturierte Tabellen und Formulare gesehen, so wie z.B. im nebenstehenden Ausschnitt aus der DadA-Literaturempfehlung den Info-Kasten (rechts) mit dem Umschlagbild und den bibliographischen Kerninformationen des Titels. Doch obwohl die Daten im Info-Kasten klassisch strukturiert erscheinen und im Hintergrund eine Datenbank mit entsprechenden Datenbankfeldern vermuten lassen, können sie nur so wie der übrige Artikeltext durch eine Volltextrecherche abgefragt werden. Diese Art der Suche ist jedoch sehr ungenau, denn man kann dabei beispielsweise nicht gezielt nach dem Autor Walter Fähnders suchen. Wenn man eine Seite findet, auf der Fähnders steht, dann ist immer noch nicht gesagt, dass es sich dabei auch um den Autor Walter Fähnders handelt.

Dieses Problem gilt nicht nur für Wikis, sondern es ist für das gesamte Web typisch. Jeder Internetuser hat das schon mal erlebt, von den Ergebnissen einer Google-Recherche regelrecht erschlagen zu werden und trotz der zahlreichen Referenzen zu Webseiten, in denen der Suchbegriff auftaucht, schließlich doch nichts Vernünftiges zum eigentlich gesuchtem Thema zu finden. Um dieses Manko des Webs zu beseitigen, gibt es seit einiger Zeit diverse Bestrebungen zur Schaffung eines sog. Semantischen Webs (englisch Semantic Web), für das gelegentlich auch der Begriff Web 3.0 benutzt wird.

Das seit 1991 existierende World Wide Web (lies: Web 1.0) war ursprünglich ein reines Präsentationsmedium, das dem User – so wie die anderen Massenmedien: Presse, Rundfunk und Fernsehen – eine überwiegend passive Nutzung der veröffentlichten Inhalte erlaubte. In den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende erlebte das Web dann eine gravierende technische und soziale Revolution, für die sich das Schlagwort Web 2.0 eingebürgert hat. Mit dem Web 2.0 war das sog. „Social Web“ oder vereinfacht ausgedrückt: das „Mitmach-Web“ geboren. Foren, Wikis, Blogs und viele andere Einrichtungen entstanden, mit deren Hilfe die Internetuser selbst die Inhalte des Webs gestalteten. Die Revolution des Web 2.0 geht jedoch, insbesondere was das Wiki betrifft, weit über das Internet hinaus. Denn Wikis sind mehr als bloße Mitmach-Einrichtungen. Ihr eigentliches Potential ist es, dass sie Freiräume für die selbstorganisierte Zusammenarbeit von Menschen bieten. Wikis sind Labore, in denen neue Formen der freien Organisation von Arbeit und Wissen erprobt und gestaltet werden. Das Wiki mit seiner regulierten Anarchie (http://www.anarchie-drei-null.de/lets-wiki/ )ist deshalb für das DadAWeb-Projekt geradezu ein ideales Medium.

Ziel des Semantischen Webs ist es, die Bedeutung von Informationen für Computer verwertbar zu machen. Die Informationen im Web sollen von Maschinen interpretiert und automatisch maschinell weiterverarbeitet werden können. Mit Hilfe des Semantischen Webs können Informationen über Orte, Personen und Dinge miteinander in Beziehungen gesetzt werden. Bei einer Reise etwa würden Wetterdaten und Staumeldungen in Beziehung zu Informationen über mögliche Haltestellen und Vorlieben des Reisenden gesetzt werden können. Durch diese Verknüpfung von Informationen in einem Semantischen Web lassen sich neue Zusammenhänge entdecken, die zuvor nicht erkennbar gewesen sind. Dadurch erlangen die im Internet veröffentlichten Inhalte eine über ihren ursprünglichen Informationsgehalt hinausgehende Qualität. Die Zusammenführung der Technologie des Semantischen Webs mit den sozialen Ansätzen des Web 2.0 wird auch als „Social Semantic Web“ oder eben als „Web 3.0“ bezeichnet. Und in diesem Sinne sind auch unsere Anstrengungen zur Schaffung des neuen DadAWeb 3.0 zu verstehen.

http://www.dadaweb.de/wiki/DadAWeb_goes_Web_3.0



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