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Olaf Schräder: Wohin wollen wir gehen?
homo oeconomicus und homo cooperativus – tragfähige Konzepte für die Zukunft?
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„In der heutigen Welt wird fast jeder Gegenstand unter ökonomischem Blickwinkel betrachtet, es sei denn, er kann dagegen verteidigt werden. Auch der Mensch wird mit diesem Blick untersucht. Dieses Paradigma bleibt nicht ohne Folgen.“ (Susanne Elsen) Ist dieser Blick auf Menschen zulässig und gerechtfertigt, oder muss es nicht darum gehen, den Menschen vor der Ökonomisierung zu schützen? Der Autor diskutiert Konzepte, die sich mit dieser Frage auseinander setzen. Sie umreissen auch immer, auf welche Art und Weise wir wirtschaften sollten. Es gibt eine Vielzahl von Modellen, die menschliches Verhalten unter einem bestimmten Blickwinkel erklärbar machen. Die Denkfiguren homo oeconomicus und homo cooperativus beleuchten das Spannungsfeld zwischen Egoismus und Altruismus, zwischen Individualität und Sozialität und beziehen dabei entgegengesetzte Positionen. Zwischen diesen beiden Ansätzen positioniert sich der homo oeconomicus-cooperativus, dessen andere Qualität deshalb nochmals genauer betrachtet wird. Die gestellte Frage, wohin wir gehen wollen, hängt eng mit der gewünschten gesellschaftliche Entwicklung zusammen. Die Folgen einer auf Eigennutz und Konkurrenz basierenden Zielsetzung zeigen sich im Modell des homo oeconomicus. Um diese zu vermeiden, ist es unumgänglich, dass die Menschheit zu mehr Solidarität und verantwortlicher Kooperation findet. Das Leitbild hierzu ist der homo cooperativus.

In der heutigen Welt wird fast jeder Gegenstand unter ökonomischem Blickwinkel betrachtet, es sei denn, er kann dagegen verteidigt werden. Auch der Mensch wird mit diesem Blick untersucht. Dieses Paradigma bleibt nicht ohne Folgen. Es besteht deshalb die Notwendigkeit, sich mit der Frage zu befassen, ob dieser Blick auf Menschen zulässig und gerechtfertigt ist oder ob es nicht darum gehen muss, den Menschen vor der Ökonomisierung zu schützen. Deshalb werden hier Konzepte diskutiert, die sich mit dieser Frage auseinander setzen. Diese Konzepte machen auch immer Aussagen, auf welche Art und Weise wir wirtschaften sollten. Deshalb müssen natürlich auch diese Visionen mit diskutiert werden. Wohin wollen wir gehen?

Die Fragestellung dieser Arbeit ist daher durchaus normativ zu verstehen. Auf Grund einer Analyse der hier vorzustellenden Konzepte muss eine Bewertung folgen, auch im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit der Konzepte. Aber auch daraufhin, ob sie dem Menschen gerecht werden. Es gibt eine Vielzahl von Modellen, die menschliches Verhalten unter einem bestimmten Blickwinkel erklärbar machen. Hier sollen aber nur drei Modelle vorgestellt werden, die sich auf besondere Weise gegenüber stehen. Andere Modelle, wie homo sociologicus, homo oecologicus usw. werden hier nicht berücksichtigt, denn sie haben einen anderen Betrachtungsgegenstand. Die Modelle homo oeconomicus und homo cooperativus kreisen um die Frage nach Egoismus und Altruismus und beziehen dabei entgegengesetzte Positionen. Hierbei stellt sich gleichzeitig die Frage nach Individualität und Sozialität. Zwischen diesen beiden Denkfiguren positioniert sich der homo oeconomicus-cooperativus, der deshalb auch betrachtet werden muss. Alle anderen Erweiterungen des homo oeconomicus, wie z.B. REMM (Resourceful, Evaluating, Maximising Man) werden hier ausgeklammert, da sie die Positionierung des homo oeconomicus nicht grundsätzlich verändern.

Im ersten Teil wird die Denkfigur homo oeconomicus vorgestellt und diskutiert. Dabei sollen die theoretische Herkunft betrachtet und die Eigenschaften der Denkfigur erläutert werden. Daraufhin werden die Implikationen, die sich aus diesem Modell ergeben, beleuchtet. Abschließend folgt eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Figur.

Der zweite Teil hat die Denkfigur homo oeconomicus-cooperativus zum Thema. Dort wird in aller Kürze dieses Modell vorgestellt und diskutiert.

Die Denkfigur homo cooperativus wird im dritten Teil dargelegt. Auch hier sollen die theoretischen Grundlagen erörtert und die Eigenschaften erschlossen werden. Es werden dann ebenso die Implikationen betrachtet und abschließend wird die Denkfigur einer Kritik unterzogen. Der vierte Teil wird dazu dienen, eine Kritik zu formulieren, die sich aus allen drei Modellen ergibt. Der Modellcharakter selbst wird dazu in den Blick genommen werden. Abschließend wird der fünfte Teil eine Aussicht geben, in welcher Art und Weise die Modelle relevant sind und angewendet werden könnten. In diesem Teil soll auch die normative Frage nach einer Zukunftsorientierung beantwortet werden.

Inhaltsverzeichnis

Einführung I Die Denkfigur homo oeconomicus

Das Newtonsche Weltbild

Thomas Hobbes und der Krieg aller gegen alle

Charles Darwin und die Evolutionstheorie

Adam Smith und der Beginn der Ökonomie

Der Utilitarismus Funktionsweise

Ökonomik als positive Theorie

Der methodologische Individualismus

Rationale Entscheidung

Restriktionen und Präferenzen

Nutzenmaximierung

Das Eigennutzaxiom

Altruismus und Kooperation

Zusammenfassung Implikationen

Der homo oeconomicus als Menschenbild

Der homo oeconomicus und die Sozialwissenschaften

Konkurrenz und Marktwirtschaft

Der homo oeconomicus und die Hierarchie Kritik

Kritik am Umgang mit Darwin und Smith

Kritik am Utilitarismus

Kritik am methodologischen IndividualismuS

Rationale und andere Entscheidungen

Eigennutz und die Unmöglichkeit des AltruismuS

Abtrennung der Versorgungsökonomie

Ökonomie ist normativ

Zusammenfassung Strategische Kooperation: der homo oeconomicus-cooperativus

Grundannahmen

Das Gefangenendilemma

Die Evolution kooperativer Strategien

Schlussfolgerungen und Kritik Die Denkfigur homo cooperativus

Grundlagen Adam Smith und die Theorie der ethischen Gefühle

Charles Darwin und die sozialen Instinkte

Die Frühsozialisten

Peter Kropotkin: Gegenseitige Hilfe und Anarchismus

Erkenntnisse der Biologie und Neurobiologie

Eigenschaften Individualismus versus Sozialität

Rationalität und Ethik Kooperation I Eigennutz

Der homo cooperativus als Menschenbild

homo cooperativus und die Konkurrenzlogik

Kritik an der Marktwirtschaft und solidarische Ökonomie

Genossenschaften I Alternative Projekte der Informations-Technologie

Von der Herrschaft zur Kooperation

Kritik am Umgang mit den Grundlagen

Kritik an den ethischen Ansprüchen

Kritik an den Implikationen Allgemeine Kritik an Modellen

Reduktionismus und Komplexität

Der freie Wille I Das Weltbild der modernen Physik

Das Problem des Determinismus I Das Problem der Willensfreiheit

Eine Lösung im Sinne dieser Betrachtung I Kritik am Determinismus des homo oeconomicus und des homo cooperativus

Aussicht I Ökonomik und homo cooperativus

Anarchismus, Genossenschaftstheorie und homo oeconomicus Soziale Bewegungen und homo cooperativus

Soziale Arbeit und Gegenseitige Hilfe

Gegenseitige Hilfe als gesellschaftliches Entwicklungsziel I Fazit

Schriftenreihe des europäischen Masterstudiengangs Gemeinwesenentwicklung, Quartiersmanagement und Lokale Ökonomie

http://www.agspak-buecher.de/Olaf-Schraeder-Wohin-wollen-wir-gehen



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