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Divergences, Revue libertaire internationale en ligne
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Atomwaffen abschaffen
Aktionssommer in Büchel
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Am Nagasaki-Gedenktag, 9. August haben wir - mit vielen Organisationen - die Aktionen unseres vierwöchigen Camps beendet: mit einer Demonstration und einer Kundgebung, mit Großpuppen und einer kurzen symbolischen Blockade auf der Zufahrt zum Militärflugplatz Büchel, wobei ein Friedenspfahl am Rande der Zufahrt gesetzt wurde.

Seit dem 13. Juli hatten wir, Teilnehmende des Camps, das 2 km vom Haupttor des Fliegerhorsts entfernt lag, viele Aktionen umgesetzt:

* zwei Wochen lang tägliche morgendliche Mahnwachen mit unserem pinken Aktionsmobil und Transparenten, Flugblättern und Broschüren zur Hauptverkehrszeit der eintreffenden Soldaten

* eine "Rosen-Go-In"-Aktion in der zu Büchel gehörenden Fliegerkaserne in Cochem-Brauheck, wo wir sehr zur Überraschung unserer "Konfliktpartner" auftauchten und wo drei von uns wegen Hausfriedensbruchs festgenommen wurden

* einen ökumenischen Gottesdienst gegen Atomwaffen in Ulmen

* Strassentheater-Aufführungen in Trier, Koblenz, Mainz und Mayen

* "Flashmob"-Aktionen, beispielsweise "Schlafen gegen Atomwaffen – Träumen vom Weltfrieden" mit Bettzeug am Haupttor und eine "Fernsehnacht" mitten auf der Verkehrsinsel vor der Fliegerhorst-Zufahrt

* zwei Konzerte am Haupttor mit den Gruppen "die bandbreite", "rbm655", "audio injection" und den super Camp-Gitarristen Jan und Toni

* eine "Blaudrachen-Inspektion": Selbstgebastelte Drachen flogen in der Einflugschneise des Jagdbomber-Flugplatzes und "beobachteten" das Geschehen auf dem Stützpunkt. Beim Drachenbau-Workshop hatten FreundInnen vom Bund für Soziale Verteidigung (BSV) und von Ban All Nukes generation (BANg) mitgemacht. Die Polizei hat Anzeigen wegen Störung des Flugverkehrs angekündigt

* Clownstrainings

* eine Mahnwache mit der Clownsarmee und mit RadfahrerInnen im Kreisel vor dem Haupttor am Hiroshimatag, wobei viele Fahrzeuge, die in den Kreisel einfahren wollten, jeweils für wenige Sekunden blockiert wurden

* Friedensballons schwammen auf der Mosel gegen unser atomares Untergehen

* eine Einsteigeaktion in den Fliegerhorst, wobei der Militärzaun aufgeschnitten wurde und die drei AktivistInnen auch noch durch den dahinter liegenden NATO-Draht robbten. Vorher hatten sie ein Transparent am Zaun angebracht, mit dem auch die Uranwaffen GBU-24 und Taurus als illegal angeprangert wurden. Die drei wurden wegen Landfriedensbruchs angezeigt

* eine Umrundung des Fliegerhorstes durch „Ordensleute für den Frieden“ und Mitglieder des Internationalen Versöhnungsbunds

* viele Infotische und musikalische Einlagen in der Region zur Mobilisierung für Demo und Kundgebung am Nagasaki-Gedenktag

* der Empfang der Fahrrad-Aktionstour "Auf Achse für den Frieden" — die RadlerInnen zeigten u.a. ein Straßentheaterstück.

Schöne Bilder von den Aktionen gibt es hier zu sehen:

http://www.arbeiterfotografie.com/g...

Presse wurde auf dem Camp empfangen. Hier einige Links zu Berichten über die Proteste am Atomwaffenstützpunkt Büchel:
http://www.zeitong.de/news/fulda/d/...
http://www.swr.de/swr1/rp/nachricht...

In der /Neuen Rheinischen Zeitung/ wurde eine Art "Büchel-Spezial" gebracht: Camp der Unverwüstlichen — gewaltfreie Aktion am Atomwaffenstützpunkt Büchel "Weltkriegsbrecher" begehen Landfriedensbruch
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.ph... Von Johannes Heckmann

Die Friedensbewegung: ein Rück- und Ausblick im Interview mit Barbara Rütting "Merkel und Steinmeier verklagen!" http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.ph... Von Christian Heinrici

Fotoreportage über einen Besuch bei den Atombomben in Büchel Besuchen Sie den Fliegerhorst! http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.ph... Von Norman Liebold, Herbert Sauerwein und Johannes Heckmann

Und die /Rhein-Zeitung/ berichtete beinahe täglich in ihrer Printausgabe. Auf Wunsch können alle Artikel aus der /Rhein-Zeitung/ auf CD zugeschickt werden. Bestellung bei Marion Küpker, Tel. 040-4307332.

Was wir noch getan haben: Diskutiert und informiert, Workshops angeboten, Filme gesehen, rechtliche Fragen besprochen, das Camp mit unseren bunten Transparenten und Fahnen geschmückt, uns in die Diskussion in der Regionalzeitung (Rhein-Zeitung, Ausgabe Mittelmosel) über den Atomwaffenstandort und die pazifistischen Störaktionen eingemischt. Und immer wieder sind wir an das Militärgelände gezogen: Vier Wochen lang mussten Militär und Polizei täglich damit rechnen, dass es zu den von uns angekündigten Aktionen des Zivilen Ungehorsams kommen könnte. Nicht selten sahen sich die Feldjäger der Bundeswehr veranlasst, die Polizei herbeizurufen, die dann unsere Personalien feststellte und manchmal unsere Rucksäcke durchsuchte.

Thematisch haben wir uns erstmals mit den lasergelenkten Präzisionsbomben GBU-24 und den Lenkflugkörpern Taurus beschäftigt, beides sind Uranwaffen. Von Taurus sind 600 Stück für Deutschland, auch für das Bücheler Jagdbombergeschwader 33, produziert worden.

"Star" unserer Abschlusskundgebung war die 82jährige Schauspielerin und ehemalige Mutlangen-Blockiererin Barbara Rütting, die auch mal Alterspräsidentin im Bayrischen Landtag war. Sie bekundete von der Bühne herab ihre Sympathie mit unseren Go-In-Aktionen. Weitere RednerInnen waren u.a. Elisabeth Bernhard, Trägerin des diesjährigen rheinland-pfälzischen Friedenspreises, der ehemalige Berufssoldat Lothar Liebsch von der kritischen Soldatenvereinigung Darmstädter Signal, Richter Bernd Hahnfeld von der JuristInnenvereinigung gegen Atomwaffen IALANA, Kathrin Vogler vom Bund für Soziale Verteidigung und Hans Lammerant von der belgischen Vredesactie. Letzterer sprach die in Belgien entstandene Idee von zeitgleichen Aktionen an den europäischen Atomwaffenstandorten an Ostern 2010 an. Ein erstes Vernetzungstreffen zur Verwirklichung dieser Idee hat auf unserem Camp stattgefunden.

Und noch ein "Nachspiel" zu unseren Büchel-Aktionscamps: Kürzlich hat erstmals einer derjenigen, die wegen des Go-Ins während unseres letztjährigen Camps eine Geldstrafe erhalten hatten, eine Ladung zum Antritt der Ersatzfreiheitsstrafe im Gefängnis von Koblenz bekommen. Wahrscheinlich wird also bald unser Solifonds "Strafvereitelung" zum Einsatz kommen.

Martin Otto
P.S.



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