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Gorleben: Renaissance der Anti-AKW-Bewegung
Der vielfältige Widerstand ist unübersehbar
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Demonstration am 8. November in Gorleben, im Anschluß Sitzblockade von x1000mal quer vor dem Zwischenlager und viele andere Aktionen an der Transportstrecke.

Beeindruckende und ermutigende Tage rund um Gorleben liegen hinter uns. Die Anti-Atom-Bewegung ist wieder da. Und ich gehe davon aus, dass viele derjenigen, die in Politik und Atomwirtschaft Entscheidungen zu treffen haben, sehr genau hingesehen haben.

Es gab gegen den Castor-Transport unzählige Aktionen, manche spektakulär, mache ausdauernd, manche frech. Eine dieser Aktionen war die 48-stündige Sitzblockade von X-tausendmal quer direkt vor der Einfahrt zum Gelände des Atommüll-Zwischenlagers, in dem die Castor-Behälter für 40 Jahre gelagert werden sollen.

Statt wie angekündigt ab Sonntag in der Ortschaft Gorleben zu blockieren, wurde die Aktion räumlich und zeitlich vorverlegt: Direkt im Anschluss an die Großdemonstration am Samstag, blieben einige hundert AktivistInnen von X-tausendmal quer, attac, Grüner Jugend, BUND-Jugend und vielen andere vor dem Tor sitzen. Auch einige Trecker der Bäuerlichen Notgemeinschaft blieben vor Ort, Wir richteten uns häuslich ein, es wurde Stroh und Decken herangeschafft, es gab warmes Essen und warme Getränke. Nach und nach entstanden Hütten auf der Straße, als Schutz gegen den Regen aber auch als Zeichen dafür, dass wir gekommen sind, um zu bleiben. Der Platz direkt vor dem Tor wurde zur Bühne: Es gab Musik, Tanz, Morgengymnastik, Comedy und Zauberei.

Wenige hundert Meter weiter hatten einige Robin-Wood-Aktive sich weit über der Transportstrecke zwischen Bäume gehängt. Gegen Ende der Aktion kamen noch viele AktivistInnen der Initiative WiderSetzen dazu, die vorher bei mehreren großen Sitzblockaden auf der Schienenstrecke dabei waren. Und schließlich erklommen zwei Aktive die Laternenmasten direkt rechts und links vom Zwischenlager-Tor und spannten ein Transparent über die Einfahrt, dessen Aufschrift ein gutes Motto für die ganze Aktion abgab: „Gegen unsere Lebendigkeit seid Ihr machtlos“

Die Blockade wurde am Montagnachmittag geräumt. Die eingesetzten PolizeibeamtInnen waren sehr unterschiedlich drauf. Es gab leider eine ganze Reihe von Verletzungen durch verdrehte Handgelenke und schmerzhafte Polizeigriffe. Trotzdem dauerte es mehr als drei Stunden, um die über 1.200 BlockiererInnen zu räumen. Die Bilder von dieser und anderen Aktionen bestimmten über mehrere Tage die Nachrichten.

16.000 Menschen haben an der Großdemo am 8.11. in Gorleben teilgenommen. Das war die größte Demonstration direkt in Gorleben seit 1977. Größere Demos in Sachen Castor gab es nur 1997 und 2001 in Lüneburg. Insgesamt wurde der Transport, vor allem durch erfolgreiche Ankettaktionen an der französisch-deutschen Grenze und schließlich in Grippel auf der Straßenstrecke im Wendland durch acht AktivistInnen der Bäuerlichen Notgemeinschaft über 20 Stunden aufgehalten.

Wir haben immer wieder betont, dass uns bewusst ist, dass die Polizei den Transport irgendwann durchsetzen wird. Aber trotzdem haben die lange Fahrzeit und die gelungenen Aktionen zusammen mit den Bildern von der Großdemo dazu beigetragen, dass die Medien von einer Renaissance der Anti-Atom-Bewegung sprechen und unsere Positionen im Streit um die Atomkraft wieder ernster genommen werden. Und nicht nur die Wirkung nach außen war so beeindruckend. Die Stimmung und Energie während den Aktionen war eine völlig andere, als bei den vorherigen Castor-Transporten. Viele Menschen haben wieder Mut gefasst, sich politisch einzumischen. Auch das ist ein großer Erfolg!

Allen, die dazu beigetragen haben, möchten wir auf diesem Wege herzlich danken! Und wir möchten Euch bitten, jetzt am Thema dranzubleiben, den Schwung von Gorleben zu nutzen, um die laufenden Debatte um die Zukunft der Atomenergie zu beeinflussen. Wenn Gorleben nur ein einmaliger Event bleibt, ist die Wirkung geringer, als wenn daraus wirklich eine kraftvolle neue Bewegung entsteht.

Der nächste Castor rollt erst in zwei Jahren. Darauf wollen wir nicht warten. Deshalb haben wir neben X-tausendmal quer die Initiative .ausgestrahlt gegründet. Ist X-tausendmal quer vornehmlich bei
Castor-Transporten aktiv, so versteht sich .ausgestrahlt als Organisationen mit einem umfassenderen Anti-Atom-Anspruch. Mit .ausgestrahlt wollen wir in den nächsten Monaten weiter in die Offensive gehen, wollen den Schwung von Gorleben nutzen, um die 2009 anstehende Entscheidung um die Zukunft der Atomenergie massiv zu beeinflussen.

Wir hoffen, dass für viele von Euch in Gorleben Lust bekommen haben, den Streit um die Atomkraft aktiv weiterzuführen. Denn nur dann werden die tollen Aktionen im Wendland auf Dauer Wirkung entfalten können.

Derzeit diskutieren verschiedene Gruppen aus der Anti-Atom-Bewegung an weiteren Aktionen. Die nächste größere Geschichte soll zur Wintertagung des Deutschen Atomforums am 4./5. Februar in Berlin stattfinden. Auch der 23. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe am 26. April wird ein wichtiger Anlass, um als wieder erstarkte Anti-Atom-Bewegung im Wahljahr Flagge zu zeigen und Druck zu machen.
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1. Trag Dich in den Newsletter von .ausgestrahlt ein, denn über diesen wird es in Zukunft wesentliche Infos zu weiteren Anti-Atom-Aktivitäten geben. Der Verteiler von X-tausendmal quer wird nicht regelmäßig beschickt. Eintragen kannst Du Dich hier:

http://www.ausgestrahlt.de/atom/help/newsletter

2. Damit wir bei X-tausendmal quer nach diesem Castor nicht auf X-tausend Euro Schulden sitzen bleiben, sind wir auf Deine Spenden angewiesen. Viele haben schon gespendet, dafür herzlichen Dank! Aber noch sind die Kosten der Aktion, des Camps und der Öffentlichkeitsarbeit
nicht wieder drin.

Aktionskonto: X-tausendmal quer, Konto 24 422 803, BLZ 258 619 90, Volksbank Clenze

3. Es gab bei der Räumung der Blockade zumindest von einer Polizeieinheit systematische Übergriffe in Form von Drohungen („Wenn Du nicht selber läufst, tut es weh“) und der Anwendung sehr scherzhafter Griffe. Das wollen wir nicht auf sich beruhen lassen. Wer bei der Räumung dabei war und verbale Drohungen oder körperliche Übergriffe der Polizei erlebt oder beobachtet hat, schreibe bitte zügig ein Gedächtnisprotokoll und schicke dieses an

juraselbsthilfe@x1000malquer.de

4. Du warst bei der Aktion dabei und hast Gefallen an unserer Art und Weise gefunden, gewaltfreie Aktionen Zivilen Ungehorsams zu organisieren? Du willst zukünftig bei ähnlichen Aktionen mitmachen, die sich nicht nur gegen Atomenergie richten, sondern auch in andere gesellschaftliche Konflikte eingreifen? Dann trag Dich in die Info-Mailingliste des Netzwerk ZUGABe (Ziviler Ungehorsam, Gewaltfreie Aktion, Bewegung) ein. In diesem Netzwerk hat sich X-tausendmal quer mit anderen Kampagnen Zivilen Ungehorsams verbunden hat. Eintragen in die Mailingliste geht hier:

https://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/zugabe-info

5. Ob Du in Gorleben dabei warst oder die Aktionen nur über die Medien verfolgt hast - uns würde natürlich ein Feedback interessieren: Was fandst Du besonders gelungen? Wo ist unsere Arbeit noch
verbesserungswürdig? Schreib einfach eine Mail an mitmachen@X-tausendmalquer.de

Herzliche Grüße aus dem schönen Wendland

Jochen Stay

X-tausendmal quer, Sternschanze 1, 20357 Hamburg
Tel. 040 / 40 18 68 48, Fax. 040 / 40 18 68 47

Hier ein schöner Bericht von unserer Blockade:

Zur Lauterbourg- Aktion:

55 Fotos über Gorleben Widerstand:

Fotosammlung:



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